Yoga als Therapie

Seit einigen Jahren halten die Grundprinzipien und Erkenntnisse des Yogas verstärkt Aufmerksamkeit durch schulmedizinische Forschung.  Eine jüngst (Oktober 2005) veröffentliche Studie der Stiftung Warentest in Deutschland bescheinigt Yoga unter allen alternativen Heilmethoden die mit Abstand höchste Effektivität. 

Wissenschaftliche Untersuchungen über die Wirkungen von Yoga & Meditation sind mittlerweile zu unterschiedlichen Schwerpunkten verfügbar und haben dazu geführt, dass alternative therapeutische Konzepte zumeist primäre Ansätze des Yogas verfolgen oder zumindest partiell eine flankierende Therapie zur Basistherapien bereitstellen.

Mittlerweile sind selbst Krankenkassen nach einer Anzahl von erfolgreichen Studien dazu übergegangen, therapeutische Anwendung, hier speziell die Yoga-Therapie, als Therapie und Prävention anzuerkennen.

Der medizinische Nutzen des ‘Systems’ Yoga erstreckt sich über ein weites Feld, welches die Integration von Körper, Geist & Atmung, die Ganzheitlichkeit des Menschen und verstärkt die Selbstregulierungsfähigkeiten sowie die Regeneration/Selbstheilung des Körpers fördert.

So kann die Therapie durch Yoga (neben den Konzepten Yoga für Fitness oder Yoga für Gesundheit, welche mehr den Ansatz der Prävention im Sinne von Gesundheitsförderung anspricht), den Patienten während des Prozesses der Heilung auf allen Ebenen (ganzheitlicher nicht symptomatischer  Ansatz) ansprechen und stellt somit eine optimale naturheilkundliche Methode dar, die parallel zur ärztlichen Behandlung eine Therapie positiv begleiten kann.

Dieser holistische (ganzheitlichen) Ansatz wird auch in vielen anderen fernöstlichen Methoden als Basis verfolgt, die im Grunde das gleiche Ziel verfolgen:

  • Erhöhung der Lebensenergie ‘Qi’  oder ‘Prana’,
  • Wiederherstellung der Gleichgewichte im Körper ‘yin/yang’ oder ‘ida/pingala’,
  • Verstehen psychosomatischer Zusammenhänge zur selbständig angewendeten Stressbewältigung u.a.

Dabei stehen die Selbstverantwortung und die Selbstheilung des Patienten im Sinne einer ‘Hilfe zur Selbsthilfe’ immer im Vordergrund (es wird ein individuelles Yoga-Übungsprogramm und Therapie-Konzept erstellt, welches über einen längeren Zeitraum ausgeführt werden sollte).

Zu Beginn einer therapeutischen Yoga-Einzelsitzung stehen das persönliche Gespräch, eine detaillierte Anamnese und die Durchführung körperlicher Untersuchungen an erster Stelle. Neben den yogatherapeutischen Gesichtspunkten werden auch ergänzende fernöstliche Verfahren angewendet und integriert, wie z.B. die Konstitutions-Diagnostik gemäß der 5-Elemente-Lehre, spezielle Diagnose-Verfahren aus der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) und die holistischen Kinesiologie.

Insbesondere werden bei der Erstellung des Therapie-Konzeptes Inhalte aus der Yoga-Therapie im Vordergrund stehen. Hierbei sind die wesentlichen Anwendungen anhand folgender Punkte genannt:

  • Yoga-Körperstellungen (asanas) : haben ganz gezielte Wirkungen auf endokrine oder exokrine Drüsen, Körpermeridiane (Nadis) oder wirken auf bestimmte Muskeln, Sehnen, Knochen oder Bänder
  • Atemübungen (pranayama)
  • Konzentration, Entspannungstechniken, Erlernen der Fähigkeit zur selbstgerichteten Entspannung
  • Bewusstwerdung, Achtsamkeitsschulung, Verhaltenstraining
  • Ernährungsberatung gemäß der persönlichen Konstitution

Yoga-Coaching als entwicklungsorientiertes Personal-Training

Genau genommen kann man jedes Coaching als ‘entwicklungsorientiertes Coaching’ bezeichnen, denn letztlich geht es im Coaching um das (Mit-)Auslösen und Begleiten von Entwicklung. Dennoch zeichnet sich ein explizit entwicklungsorientiertes Coaching gegenüber einem ‘beratendem’ Coaching durch eine Reihe von konkreten Merkmalen aus.

Das entwicklungsorientierte Coaching zeichnet sich dadurch aus, dass es eine umfangreiche(re) Analysephase beinhaltet, in der auch Aspekte abgefragt und geklärt werden, die dem Patienten/Klienten möglicherweise zunächst unwichtig erscheinen oder ihm gar nicht bewusst sind. Analysiert wird dabei sowohl der Klient, als auch sein Umfeld. Dies ist wichtig, um nicht Scheinziele oder einseitige Ziele zu verfolgen, deren Konsequenzen derart viele negative Begleiterscheinungen mit sich bringen, dass das Ziel nicht mehr erstrebenswert ist. Derartige Begleiterscheinungen werden oftmals ausgeblendet. Die umfassende Analyse hilft, sich damit auseinanderzusetzen.

Weiterhin verlangt das entwicklungsorientierte Coaching vom Therapeuten/Coach die Sensibilität, auch schmerzhafte Entwicklungen zu erkennen, diese anzusprechen und (auch länger) begleiten zu können. Dies setzt beim Coach eine gewisse Reife bzgl. eigener Entwicklungserfahrungen voraus.

Kommt ein Coaching zustande, ist es - wie üblich - die Hauptaufgabe des Therapeuten/Coach, die Übersicht im Gesamtprozess zu behalten. Der Therapeuten/Coach muss am Anfang darauf achten, welches Entwicklungsziel sich der Klient gesetzt hat bzw. ausgesucht hat, wie realistisch dies ist, welcher Zeitraum dafür zur Verfügung steht wie die Zwischenetappen aussehen und ob die Reihenfolge der einzelnen Entwicklungsziele sinnvoll angeordnet ist. Insbesondere hier werden meistens Fehler gemacht. Viele Klienten blenden ihre Stärken aus und möchten an ihren Defiziten arbeiten - und wundern sich, warum ihre Motivation schleichend sinkt. Hier kann mit weniger Aufwand aus vorhandenen Stärken oft wesentlich mehr gemacht werden. Zumindest sollten Klienten, die defizitorientiert sind, auf diesen Umstand hingewiesen werden.

Entwicklungsorientierte Coachings sind noch persönlicher und intensiver, als normale Coachings. Die entwicklungsorientierte Perspektive birgt die Möglichkeit, bemerkenswerte Veränderungen herbeizuführen bzw. zu begünstigen. Diese Entwicklungsprozesse können sehr langsam ablaufen - sie können aber auch überraschend schnell zu sichtbaren Resultaten führen.

Coaching ist ein hocheffizientes Instrument zur Zielerreichung i. S. einer (Leistungs)-Optimierung. Es ist mehr als nur ein Beratungsansatz, denn wesentliche inhaltliche Frage zur Fortentwicklung wie beispielsweise  ‘Wer bin ich’, ’Was will ich’ und ‘Wie erreiche ich es’, werden im Verlauf der Zusammenarbeit bestimmt, so das Selbstwert, persönliche Ressourcen und Werthaltungen für die Zielerreichung bekannt sind.

Yoga im Coachingprozess wirkt als ganzheitliche Methode, die alle Ebenen des Seins anspricht. Dabei werden bewusst  Körper, Seele und Geist durch Körperübungen, Atemübungen und Tiefenentspannung/Meditation sowie Mentaltraining in Bezug auf die Zielstellung/Entwicklung abgestimmt.

Zu Beginn steht, wie auch bei den Yoga-Therapie-Einzelsitzungen, das persönliche Gespräch mit allen Facetten an erster Stelle. Hervorgehoben seien zunächst zwei wesentliche Merkmale, die zu berücksichtigen sind:

- Patienten/Klienten fragen i.d.R. nie von sich aus nach einer entwicklungsorientierten Begleitung durch Coaching. Dies ist überwiegend in der (verständlichen) Unkenntnis begründet, dass eine derartige Beratungsform überhaupt existiert. Es liegt daher in der diagnostischen Kompetenz des Therapeuten, einen entsprechenden Wunsch des Klienten zu ‘entschlüsseln’ und auf das Angebot des entwicklungsorientierten Coachings hinzuweisen.

- Patienten/Klienten mit einem expliziten Entwicklungswunsch bzw. -ziel streben oftmals einen überidealisierten Zielzustand an. Weil dies eigenständig nicht funktioniert hat, erwarten sie Hilfe von einem Therapeuten. Diese überidealisierten Ziele sind oftmals jedoch nicht realistisch erreichbar. Oder sie sind erreichbar, verschaffen dem Klienten aber nicht die Befriedigung, die er erwartet hat (und es beginnt die ‘Jagd’ auf das nächste Ziel). Der Therapeut muss hier kritischer als sonst die Ziele und Motive des Klienten hinterfragen. Dazu bedarf es der Haltung der kritischen Loyalität, d.h. sich dem Klienten und seinem Anliegen verpflichtet zu fühlen und eben gerade deshalb kritisch zu sei  - und kein purer Erfüllungsgehilfe.

- Das verfolgte  Ziel der Therapie/Coaching ist eine bewusste Selbststeuerung, mehr Klarheit und die Entwicklung neuer Kompetenzen durch Erkennen (und deren Transformierung) von Schwächen, Ausbau von Stärken in Sinne einer Entwicklung auf das Ziel hin.

Zu Beginn werden dann in Bezug auf ein realisierbares Zielniveau die selbst formulierten Zielsetzungen durch eine Stärke-Schwäche-Analysen auf verschiedenen Ebenen erarbeitet.

Die Folge der Bearbeitung richtet sich nach folgenden Stufen:

  • Analysen
    • Stärken
    • Schwächen
    • Ambitionen
    • Bedürfnisse
  • Problemfindungen
  • Entscheidungen

Unter Berücksichtigung der individuellen Lebenslage kann dann ein individuelles Übungsprogramm / erstellt werden, welches zusätzlich

  • nicht gruppengebunden ist,
  • keine Zeitvorgaben enthält,
  • individuell integrierbar ist,
  • und somit effizienter auf Lebensrhythmus des Konstitutionstypus abgestimmt werden kann,

so dass Übungen von dem Körper effizienter aufgenommen werden können und schneller eine Zielrealisierung stattfinden kann.

Das Programm wird über einen vordefinierten Zeitraum erstellt, in dem der Patient/Klient zum Feedback und zur Übung neuer Elemente regelmäßig mit dem Therapeuten/Coach zusammentrifft, ohne dass das persönliche Arbeitsleben und soziale Umfeld gesondert beansprucht werden.